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Bücher

Arthur Ewert

Revolutionär auf drei Kontinenten

Karl Dietz Verlag, Berlin 2015
Band XIX der Reihe Geschichte des Kommunismus und Linkssozialismus
ca. 400 Seiten, Hardcover
ISBN 978-3-320-02319-5


Das Leben von Arthur Ewert (1890–1959) war selbst nach den Maßstäben des »Zeitalters der Extreme« außergewöhnlich. Fünf Jahre in den USA und Kanada hatten ihm eine Weltsicht eröffnet, die ihm bereits in den frühen zwanziger Jahren ein unverwechselbares Profil verlieh. Phrasendrescherei und Verbalradikalismus waren ihm fremd. Dass Arthur Ewert in einen unauflöslichen Konflikt mit dem Führungsanspruch einer mächtigen und machtversessenen Gruppe, auf der Ebene der Komintern und der KPdSU (B) repräsentiert durch Josef Stalin, auf der Ebene der KPD repräsentiert durch Ernst Thälmann, geraten musste, war zwangsläufig… 1935 ging er im Auftrag der Komintern nach Brasilien, wo er verhaftet wurde. Jorge Amado, der große brasilianische Romancier, schrieb über Ewert: »Niemals ist ein Mensch in ähnlicher Weise gemartert worden wie er. […] Ewert [… gab] mehr als sein Leben, [… er gab] seinen Verstand für das Wohl Brasiliens.« (Verlagsankündigung)

Die Zentrale

Geschichte des Berliner Karl-Liebknecht-Hauses

Karl Dietz Verlag, Berlin 2011
160 Seiten, Paperback
ISBN-10: 3320022547


Es gab 1927 in Berlin bessere Adressen als das Scheunenviertel, halb Judenghetto, halb Eldorado der Unterwelt. Dass die KPD trotzdem dorthin ihre Zentrale verlegte, unterstrich ihr Selbstverständnis als Partei der Zukurzgekommenen und der Verachteten.
Der Polizei war dieses Haus ein Dorn im Auge, den Nazis ohnehin. Haussuchungen und Überfälle waren an der Tagesordnung. Oft schlug der kommunistische Selbstschutz zurück – Tote zählten alle Seiten. Große Presse erhielten allerdings nur zwei Polizisten: 1931 Paul Anlauf und Franz Lenck, zu deren Mördern der spätere Staatssicherheitsminister der DDR Erich Mielke zählte.
Die Nazis verwandelten den Ort in eine ihrer Zentralen: Aus dem Karl-Liebknecht- Haus machten sie das Horst-Wessel-Haus und ließen ein »Denkmal der im Beruf gefallenen und verwundeten Polizeioffiziere und Wachtmeister« errichten.
Zerstörung, Wiederaufbau sowie die Nutzung durch die SED fanden ohne große Öffentlichkeit statt. Erst der Einzug der PDS-Führung im Jahre 1990 verwandelte das Haus wieder in einen Ort der Politik. Heute befindet sich hier die Zentrale der Partei DIE LINKE. (Verlagsankündigung)

Ulbrichts Rundfunkmann

Eine Gerhart-Eisler-Biographie

edition ost, Berlin 2007
288 Seiten; Paperback
ISBN 3-360-01083-3

Eisler wird 1897 in Leipzig geboren, wächst in Wien auf, schließt sich der österreichischen KP an und ist ab 1920 als Journalist in Berlin tätig. Weil er als "Versöhnler" Thälmann stürzen will, schickt ihn die Komintern für zwei Jahre nach China. Er legt sich persönlich mit Stalin an. Dann treiben ihn die Nazis ins französische Exil, von dort kommt er in die USA. Als "Boss der Roten" und Intimfeind von FBI-Chef Hoover wird er als vermeintlicher Spion der Sowjetunion inhaftiert. Nachdem er 1949 Aufnahme in Großbritannien fand, befaßt sich die UNO-Vollversammlung mit seinem Schicksal, die USA drohen London seinetwegen mit Kürzung der Finanzhilfen. Ein Leben immer an der Front des Klassenkampfs und des Kalten Krieges.
Im Auftrag der DDR-Regierung ist er bis 1952 für Presse und Rundfunk zuständig, wird abgesetzt, 1955 rehabilitiert. Bis zu seinem Tod 1968 ist er Vorsitzender des Staatlichen Komitees für Rundfunk.
Ronald Friedmanns spannende Biographie ist die erste über diese schillernde Figur der Zeitgeschichte. (Verlagsankündigung)

Der Mann, der kein Spion war

Das Leben des Wissenschaftlers und Kommunisten Klaus Fuchs

Ingo Koch Verlag, Rostock 2006
404 Seiten; Paperback
ISBN 3-937179-89-5

Am 29. August 1949 zündete die Sowjetunion ihre erste Atombombe, viele Jahre früher, als von den westlichen Geheimdiensten erwartet. Maßgeblichen Anteil daran hatte der deutsche Physiker und Kommunist Klaus Fuchs (1911-1988), der als politischer Flüchtling in Großbritannien Aufnahme gefunden hatte und dort 1941 in verantwortlicher Position in die Arbeiten zum Bau einer britischen Atombombe einbezogen worden war. Von 1943 bis 1946 arbeitete er am US-amerikanischen Atombomben- programm mit, dem Manhattan-Projekt. Er war dabei, als am 16. Juli 1945 in der Wüste von New Mexico die erste Atombombe gezündet wurde. Er kannte die wissenschaftlichen Daten, die während des nuklearen Massenmordes in Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 gewonnen wurden. Er wußte, daß in den Vereinigten Staaten bereits an der nächsten Generation nuklearer Waffen, der Wasserstoffbombe, gearbeitet wurde. Alle Kenntnisse, die er gewann, alle Informationen, die er erhielt, gab er auf geheimen Wegen an die Sowjetunion weiter. 1950 wurde er enttarnt und wegen Spionage verurteilt. Nach fast zehn Jahren Haft kam er 1959 in die DDR, wo er ein zweites Leben als Physiker, Philosoph und Politiker begann.
Das vorliegende Buch ist die weltweit erste umfassende Biographie des Mannes, der in der westlichen Welt als der "gefährlichste Spion des 20. Jahrhunderts" galt und dessen Wirken im Osten jahrzehntelang verschwiegen wurde. Der Autor wertete umfangreiches Quellenmaterial aus den USA, Großbritannien und der Sowjetunion aus, das erst nach 1990 freigegeben wurde. Und er konnte sich auf die Erinnerungen zahlreicher Akteure im Umfeld von Klaus Fuchs stützen, die gleichfalls erst nach dem Ende des Ost-West-Konflikts den Weg an die Öffentlichkeit fanden. (Verlagsankündigung)

Exil auf Mauritius 1940 bis 1945

Das Schicksal emigrierter Juden
Report einer "demokratischen" Deportation

edition ost, Berlin 1998
192 Seiten; Paperback
ISBN 18-932180-29-1

Die ersten Schüsse, die britische Soldaten bei Kriegsausbruch am 1. September 1939 abfeuerten, töteten zwei Juden. Diese waren mit 1.400 Leidensgefährten aus Hitlerdeutschland geflüchtet und wollten nach Palästina. Ihr Schiff lief 200 Meter vor der Küste auf Grund - die Briten eröffneten das Feuer ...
Andere jüdische Flüchtlinge wurden auf die Kronkolonie Mauritius im Indischen Ozean deportiert, wo sie fast fünf Jahre hinter Stacheldraht zubringen mußten. Bislang wurde das Schicksal dieser 1.581 Menschen, von denen fast jeder zehnte auf der Insel starb, und die Umstände ihrer Deportation noch nie untersucht.
Die Zeugnisse belegen: Britische Behörden waren mitunter alles andere denn hilfsbereit und kooperativ, wenn es um Menschen in Not ging. Zuweilen war die Krone sich selbst und ihren eigenen Interessen am nächsten. (Rücktitel)

Letzte Änderung: 21. März 2017