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Bücher

Die Zentrale

Geschichte des Berliner Karl-Liebknecht-Hauses

Karl Dietz Verlag, Berlin 2011
160 Seiten, Paperback
ISBN-10: 3320022547


Es gab 1927 in Berlin bessere Adressen als das Scheunenviertel, halb Judenghetto, halb Eldorado der Unterwelt. Dass die KPD trotzdem dorthin ihre Zentrale verlegte, unterstrich ihr Selbstverständnis als Partei der Zukurzgekommenen und der Verachteten.
Der Polizei war dieses Haus ein Dorn im Auge, den Nazis ohnehin. Haussuchungen und Überfälle waren an der Tagesordnung. Oft schlug der kommunistische Selbstschutz zurück – Tote zählten alle Seiten. Große Presse erhielten allerdings nur zwei Polizisten: 1931 Paul Anlauf und Franz Lenck, zu deren Mördern der spätere Staatssicherheitsminister der DDR Erich Mielke zählte.
Die Nazis verwandelten den Ort in eine ihrer Zentralen: Aus dem Karl-Liebknecht- Haus machten sie das Horst-Wessel-Haus und ließen ein »Denkmal der im Beruf gefallenen und verwundeten Polizeioffiziere und Wachtmeister« errichten.
Zerstörung, Wiederaufbau sowie die Nutzung durch die SED fanden ohne große Öffentlichkeit statt. Erst der Einzug der PDS-Führung im Jahre 1990 verwandelte das Haus wieder in einen Ort der Politik. Heute befindet sich hier die Zentrale der Partei DIE LINKE. (Verlagsankündigung)

Letzte Änderung: 4. April 2015